November: Macht, Kontrolle
Die letzten schönen Tage sind dahin. Der Wechsel kündigt sich an, mit Nebel, Nässe, Kälte. Der Winter schickt seine Vorboten. Der neue Herrscher rückt ein. Die Natur zieht sich zurück, konzentriert ihre Kräfte. Klug passt sie sich an. Und wird überleben. Denn er, der Winter, hat die unwiderstehliche Macht.

Macht ist Ausdruck einer Beziehung. Deshalb: Wer als Manager andere seine Macht all zu sehr spüren lässt, z.B. indem er seine Kontrolle überzieht, erzeugt bei ihnen ein Gefühl der Machtlosigkeit und den Wunsch, dieser unausgewogenen Beziehung zu entkommen; sie reduzieren ihr Engagement oder leisten verdeckt Widerstand; oder sie gehen ganz aus der Beziehung raus. So können Macht und Kontrolle, nur zum Durchsetzen der eigenen Interessen eingesetzt, einen Sieg langfristig in eine Niederlage verwandeln.

Reflektieren Sie Ihren Führungsstil und nehmen Sie den November zum Anlass, darüber nachzudenken, in welchen Situationen Sie zu einem autoritären Verhalten oder zu einem übermäßigen Kontrollieren neigen. Fragen Sie sich, welche Formen von Andersartigkeit Sie bei Ihren Mitarbeitern und Kollegen als besonders unangenehm erleben und Sie zu einem unduldsamen Verhalten verführen. Und klären Sie für sich, wann Sie die Meinung oder Vorschläge der Anderen gar nicht hören, sondern sich nur mit Ihrer eigenen Meinung durchsetzen wollen. Sie verlieren Vielfalt, wenn Sie andere nicht gelten lassen, keine Freiräume gewähren, auch kleinste Risiken nicht zulassen. Und der Erfolg bleibt aus. Sie gewinnen Einsamkeit, denn zuletzt begegnen Sie nur noch Ihrer eigenen Spur.