Mai: Motivation, Begeisterung
Wonnemonat Mai, Lebensfreude. Sonnige Tage, helles Grün. Die Vögel zwitschern ihr Lied. Die Natur breitet sich aus. Die Welt ist erfüllt von Zuversicht. Die Zeit des unbekümmerten Wachstums hat begonnen.
Führungskräfte sollen motivieren, sagt man. Denn motivierte Mitarbeiter heißt es, sind zuversichtlich, haben Spaß an der Arbeit, machen einen guten Job, lassen sich auf Neues ein, sind begeistert und verbreiten pure Lebensfreude. Motivieren sei deshalb die herausragende Aufgabe jedes Vorgesetzten, neben allen anderen Aufgaben, die er ohnehin zu bewältigen hat. Für viele Manager sind motivierte Mitarbeiter ein Traum, denn nicht selten sieht es ganz anders aus: Der Eine nörgelt ständig über seine Aufgaben, der Andere ist im Widerstand und keiner weiß warum; andere Mitarbeiter intrigieren gegeneinander oder beschäftigen sich dauernd mit privaten Dingen, aber nicht mit ihrer Arbeit. Arbeiten bleiben unerledigt, sind nicht vollständig oder fehlerlos. Keiner fühlt sich verantwortlich, dafür läuft die Gerüchteküche auf Hochtouren. Motivierte Mitarbeiter? Fehlanzeige.

Dabei können Chefs schnell herausfinden, was es mit dem Geheimnis ‚Motivation’ auf sich hat. Sie brauchen sich nur zu fragen, wann sie selbst bereit sind, sich mit Begeisterung zu engagieren. Dann zeigt sich: Erstens, jeder kann sich nur selbst motivieren. Seine Motivation ist das Ergebnis eines inneren Prozesses, ausgelöst durch Erfahrungen und die entsprechenden Erkenntnisse. Zweitens, das Verhalten des Chefs und seine Beziehung zum Mitarbeiter sind hierbei eine wichtige Einflussgröße. Das WIE ist entscheidend, nicht das WAS.

Wenn Sie also Mitarbeiter haben wollen, denen die Arbeit Spaß macht und die ihren Einsatz als sinnvoll betrachten, dann sorgen Sie nicht nur für adäquate Aufgaben und ein passendes Maß an Selbstständigkeit; sondern achten Sie auf Ihr Verhalten den Tag über und besonders gegenüber diesen Mitarbeitern. Das Ziel: Seien Sie glaubwürdig. Das bedeutet: Bleiben Sie in allem, was Sie tun, fair und ehrlich. (Das WIE ist wichtiger als das WAS.) Warum? Motivation braucht Vertrauen. Vertrauen aber basiert auf Glaubwürdigkeit: Kritisieren Sie ehrlich und zugleich wertschätzend. Anerkennen Sie gute Leistungen. Zeigen Sie aufrichtiges Interesse. Reagieren Sie sorgfältig und wertschätzend auf Vorschläge und Forderungen Ihrer Mitarbeiter. Halten Sie Absprachen ein oder informieren Sie rechtzeitig, wenn es unmöglich ist. Versuchen Sie, immer fair und ehrlich zu sein, unter allen Umständen (Das setzt übrigens voraus, dass Sie zu sich selbst das auch immer sind.) Natürlich gelingt es nicht immer. Aber das verlangt auch keiner. Aber dann stehen Sie wenigstens dazu. Denn auch darauf achten Ihre Mitarbeiter. Schaffen Sie ein Vertrauensklima und freuen Sie sich, wenn Ihre Mitarbeiter unaufgefordert für Sie durchs Feuer gehen.